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Hotel Petit du Flouka - Lalla Takerkoust

Auf einer Liege am kleinen türkisschimmerndem Pool kneife ich die Augen zu und öffne sie halb, drei Palmenköpfe schwingen leicht vor der Sonne hin und her, die mich blendet, aber einen hübschen Lichtkranz um die Palmen bildet. Ich greife zur Kamera.

Die Farbpalette des Hotel du Flouka bewegt sich von offwhite zu ausgewaschenem Grau-Braun zu hellem Smaragdgrün, die Erdfarben lassen die Farbigkeit des Sees umso schöner aufstrahlen. Die Machart der braunen Lehmhäuser der Gästeräume erinnern Sam an New Mexico, Orangenbäume und Eukalyptus säumen den Weg die Stufen hinunter zum Restaurant.

Ich kenne das Petit Flouka von einem Trip vor vier Jahren.. Wir hatten zu dritt von Marrakesch aus einen Desert Trip gebucht und das Mittagessen fand im Flouka statt, auf einer terrakotta-farbenen Terrasse mit Blick auf den stillen See.

Die Atmosphäre ist friedlich und ruhig, das Essen sehr gut, und schon kurz nach Ankommen schaltet der Kopf ab.

Diesen November waren wir drei Nächte dort. Nach Hektik in Marrakesch und einer überstandenen Lebensmittelvergiftung, stand mir der Sinn nach klarer Luft, Ruhe und schönen Dingen. Das Frühstück besteht aus frischem Orangensaft, Kaffee oder Tee, kleine Maisfladen Pancakes, Brot und Joghurt.

Die Zeit fliegt nicht im Flouka, sie schwebt. Man kann wunderbar loslassen, die Zitronenbäume betrachten und Pepsi aus einer kleinen Glasflasche am Pool trinken. Sich erinnert fühlen an Urlaube mit den Eltern. Einnicken.

Sam fragt nach Hiking Trails Richtung Desert, da wir Locations suchen, um meine Jewellery Stücke in der Natur zu inszenieren und gleichzeitig langsam Bewegung brauchen – „o lala, c’est too far away, just go to the lake“ – also machen wir uns selbst auf und steigen den nächsten Hügel hinauf. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf das Atlasgebirge und die umgebenden Dörfer, aber immer noch keine Idee, wie man am besten nach Agafay gelangt, also buche ich für den nächsten Morgen vor Abreise ein Quad next door.

Ich habe nie zuvor auf einem Quad gesessen, geschweige denn es Hügel hochgejagt und mein enger Zeitplan von einer Stunde, um das richtige Morgenlicht zu erwischen, erlaubt nicht viel Üben. Nach zwei abenteuerlichen Kurven einigen mein höflicher Guide und ich uns auf „maybe we take only one?“.

Wir lassen mein Quad stehen, ich steige hinten auf seins auf und nach seiner Frage „Tu as peur“ (hast du Angst?) (was ich als „Tu as pleuré?” verstehe (hast du geweint?) und mit verwundertem aber ausdrucksstarkem “Non” beantworte, dreht er auf und wir rasen mehr oder weniger senkrecht den Berg rauf und, auf der anderen Seite genauso schnell wieder runter, gemixt mit Kurven und scharfem nach-Links-und Rechtslehnen. Mit jeder weiteren scharfen Kurve wird mir klar, er hatte gefragt, ob ich ängstlich wäre, peur. Das macht mehr Sinn, als mir zu unterstellen, ich hätte geweint, aber jetzt fehlt fast nicht mehr viel.

Aber dann schaue ich richtig hin und das perfekte Licht ist da, und wie immer, wenn das der Fall ist, fällt alle Ängstlichkeit von mir ab und meine Seele nimmt die wunderbare Schönheit auf. Ich gestikuliere ihm anzuhalten und mache Fotos.